Ausstellung
05. August 2022 - 04. September 2022

Fotografie ist keine Kunst

Andreas Biedermann
"Lichtmalereien"

Inspiriert durch einen interessanten Lightpainting Workshop hat sich der Waidhofner Fotograf Andreas Biedermann auf neues fotografisches Terrain begeben. Für die aktuelle Ausstellung „Lichtmalereien“ hat er viele verschiedene Lichtwerkzeuge aus alten Plastikflaschen, färbigen Rohren oder modernen LED-Lichtern gebaut, die unterschiedliche Lichtspuren auf den Bildern erzeugen. Lassen Sie sich überraschen.

Subhash
"Conectando con el espíritu de las plantas"

In manchen Mythologien werden Pflanzen als älteste Vorfahren der Menschen bezeichnet. Keinen Zweifel gibt es darüber, dass wir ohne Hilfe des Pflanzenreichs nicht leben könnten. Seinem Geist bildlichen Ausdruck zu verleihen ist die Absicht dieser fotografischen Serie.
Obwohl der Fotoapparat in Verdacht steht, nur die Oberfläche der Gegenstände abbilden zu können, ist es doch recht offensichtlich, dass es mit seiner Hilfe auch gelingen kann, dem Wesen der Dinge nachzuspüren. Freilich ist dazu nötig, Konventionen und Gewohnheiten zu überschreiten um die altbekannte Sicht auf die Welt wiedereinmal aufzurütteln. Ein blindes, technisches Herangehen verdirbt jedes Gewahrwerden; das „liebende Auge” ist gefragt, wenn die Oberfläche der Erscheinungen durchdrungen und sozusagen ihre Tiefe besucht werden soll.
Nun sind Pflanzen noch dazu Lebewesen, deren Geist meist zugänglicher ist, als der eines Steins oder eines Flusses. Leider ist aber selbst dieser Zugang heutzutage weder selbstverständlich, noch einfach möglich: Zu sehr verstellen simple Nützlichkeitserwägungen und analytisches und daher bloß scheinbares Wissen die Sicht. So bleibt nur Geduld, Warten auf die meditative Gedankenleere und auf die Bereitschaft dieser Wesen sich mir zu zeigen. Dann kann die Freude über die ungeheure Bereicherung der Weltsicht allerdings groß sein.

David Anderle
"Projektionen"

Fotografie hat sich schon immer mit der Projektion eines Abbilds auf eine lichtempfindliche Fläche beschäftigt. Der Prozess findet, unabhängig von der Technik der Kamera, innerhalb des Geräts statt und belichtet beschichtete Platten, Filmmaterial oder elektronische Sensoren. Um eine weitere Ebene in der Fotografie zu eröffnen fügt David Anderle noch eine Ebene in den fotografischen Prozess ein und verwendet die Person vor der Kamera als Projektionsfläche.

Das Motiv dient als Arbeitsfläche und Leinwand und wird mit dem Licht der Projektion bemalt. Das Modell bleibt dabei oft anonym und tritt dennoch als bildbestimmendes Element auf. Es geht in Wechselwirkung mit der geometrischen Form, wird durch sie definiert und strukturiert. Andererseits beeinflusst das Modell aber auch durch die Beschaffenheit der Haut, durch die Form des Körpers und ihrer Haltung das projizierte Objekt. Die ausgewählten Texturen, geometrischen Formen und Motive sind auf das Modell abgestimmt und unterstreichen die Bildaussage. So geht die Projektion und das Modell eine fotografische Symbiose ein, die zu einer Einheit verschmelzen.

Für die Projektion ist hartes und direktes Licht notwendig. Um die Körper dennoch plastisch darzustellen, wird die Projektion in ein Studio-Setting aus mehreren Lichtquellen inkludiert. Die Lichtakzente lösen den Körper aus dem Hintergrund und seiner flächigen Darstellung und holen ihn zurück in seine dreidimensionale Form. So dominiert die Projektion zwar das Bild, ist aber dennoch Teil eines Arrangements, das den Körper in einer gewissen Ästhetik wirken lässt. Neben dem künstlerischen Anspruch ist somit eine fotografische Qualität auszumachen, die den Charme des Motives ausmacht.